Verein
historisches
Beuren e.V.
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Auf dieser Seite finden Sie eine Auswahl an Presseberichte, die über den VHB veröffentlich wurden



Bericht aus der Nürtinger Zeitung am 21. Februar 2015






Onlineausgabe "Region Stutgart"  27.10.2014
Ausgezeichnetes ehrenamtliches Engagement

Förderpreis des Forum Region Stuttgart für 15 Initiativen

Preisträger des Förderpreis Region Stuttgart 2014 (Foto: Forum Region Stuttgart)

Preisträger des Förderpreis Region Stuttgart 2014 (Foto: Forum Region Stuttgart)

15 ehrenamtliche Projekte der regionalen Vereins- und Initiativarbeit haben den Förderpreis Region Stuttgart erhalten. Zu den ausgezeichneten Initiativen gehören unter anderem die PC-Lehrwerkstatt des "Bürgerengagement Murrhardt", der Verein Historisches Beuren mit dem Projekt "Altes Haus - was nun? Was tun?", die Kulturinitiative Bohnenviertel aus Stuttgart mit dem Projekt "Inclusio - Die ultimative Literaturshow", der Esslinger Staffelsteiger-Verein mit einem Projekt zur Erhaltung von Trockenmauern und der Württembergische Behinderten- und Rehabilitationssportverband aus Stuttgart mit dem Projekt "Handicap macht Schule".

Der Förderpreis wird jährlich vom Forum Region Stuttgart verliehen, das damit die "Entwicklung und das Miteinander in der Region Stuttgart" fördern möchte. Aus mehr als 60 Einreichungen in den fünf Wettbewerbskategorien Bildung und Soziales, Denkmalschutz und Heimatpflege, Kunst und Kultur, Natur und Umwelt sowie Sport und Fitness hat die Jury die 15 Preisträger ausgewählt. Jede Wettbewerbskategorie ist mit 5.000 Euro dotiert und wird von einem regionalen Unternehmen getragen.



 
Nürtinger Zeitung, 15.10.2014

Feuer und Flamme für Heimat und Tradition

Von: Matthäus Klemke
 

NZ-Verlegerin Monika Krichenbauer und KSK-Chef Franz Scholz zeichneten zum zehnten Mal „Starke Helfer“ im Fritz-Ruoff-Saal aus

„Die heimatliche Natur ergreift mich umso heftiger, je mehr ich sie studiere“ – NZ-Redaktionsleiterin Anneliese Lieb zitierte Friedrich Hölderlin und schlug damit den Bogen zu den Menschen, die sich für Heimat und Tradition engagieren und deshalb am Montag im Fritz-Ruoff-Saal der Kreissparkasse mit dem Ehrenamtspreis „Starke Helfer“ ausgezeichnet wurden.


NÜRTINGEN. Bereits zum zehnten Mal wurde der Ehrenamtspreis „Starke Helfer“, der Kreissparkassen-Stiftung und der Nürtinger Zeitung an Vereine, Gruppen und Menschen verliehen, die sich selbstlos in Nürtingen und Umgebung für das Allgemeinwohl engagieren. „Heimat – Tradition (er)leben“ lautete in diesem Jahr das Motto. Die Resonanz war groß. Über 30 Gruppen und Einzelpersonen waren vorgeschlagen. 14 kamen in die Endrunde und wurden am Montagabend im voll besetzten Fritz-Ruoff-Saal der Kreissparkasse für ihren uneigennützigen Einsatz ausgezeichnet.

 


Jasmin Pangsy (links) und die Trommlergruppe der Alten Seegrasspinnerei umrahmten die Preisverleihung im Fritz-Ruoff-Saal mit afrikanischer Musik und Tanz.

Da der Ehrenamtspreis Geburtstag feiert, war die Jury in diesem Jahr etwas großzügiger und hat die Anzahl der Finalteilnehmer von zehn auf 14 erhöht, auch die 5000 Euro Preisgeld wurden von Franz Scholz, dem KSK-Vorstandsvorsitzenden, um 400 Euro aufgestockt. „Als wir 2004 zum ersten Mal die Preise vergaben, hätten wir nicht gedacht, dass daraus so eine Erfolgsgeschichte wird“, blickte Scholz zurück. Seit dem seien rund 1200 Nominierungen für den begehrten Titel bei der Kreissparkasse eingegangen, alleine 115 in diesem Jahr.

 


Gruppenbild mit Starken Helfern: Am Ende der Veranstaltung präsentierten sich alle Preisträger, Bürgermeister, Abgeordnete sowie Vertreter der Kreissparkasse und unserer Zeitung dem Fotografen. Fotos: Holzwarth


„Jeder der Juroren hat seine eigene Vorstellung von Heimat“, sagte KSK-Chef Scholz. „Alle ausgewählten Projekte haben Wertschätzung verdient“, urteilte er. Dementsprechend schwer fiel es der Jury, unter Vorsitz von Landrat Heinz Eininger, einen Sieger zu küren. „Sie alle sind besondere Vorbilder für andere und bewahren das Feuer für Heimat und Tradition, sind aber auch offen für Neues“, lobte NZ-Redaktionsleiterin Anneliese Lieb den Einsatz der Preisträger. Deshalb wurde kurzerhand entschieden, anders als in den vergangenen Jahren, keine Platzierungen von eins bis zehn zu vergeben, sondern die Gewinner in Gruppen aufzuteilen. Anneliese Lieb stellte die Preisträger vor und würdigte ihr Engagement. Über einen Platz in der ersten Gruppe konnte sich Albert Braun freuen, der seit 40 Jahren den Bücherschatz in der Turmbibliothek der St.- Laurentius-Kirche betreut. Seit 1998 sind auch die Turmwächter in der Stadtkirche tätig. Sie gewähren seitdem jedes Jahr rund 5000 Besuchern den Zugang auf die Spitze des Kirchturms. Egal ob Hochzeitsgesellschaft, Geburtstag oder Schulklasse: Wilfried Stelzmann nimmt die 198 Stufen zum Aussichtspunkt jedes Mal gerne in Kauf, um den Leuten einen unvergesslichen Ausblick über Nürtingen zu bieten.
 


Sarah Pangsy bereicherte den Abend mit ihrer ausdrucksstarken Stimme.

„Vor 13 Jahren bin ich durch die Stadt gelaufen und habe mich gefragt, wie die Menschen hinter den Fassaden der Gebäude gelebt haben“, erinnert sich Anne Schaude, die kurz darauf die Frauengeschichtswerkstatt ins Leben rief. Der Verein macht sich seit dem auf Spurensuche, nach der bis dato vernachlässigten Geschichte der Frauen in Nürtingen. Für die organisierten Ausstellungen, Führungen und herausgebrachten Bände der Schriftenreihe „Frauenspuren“, wurden die Damen geehrt.

Dem Verein Historisches Beuren ist der Erhalt spätmittelalterlicher Bausubstanz ein großes Anliegen. In Beuren gibt es 50 unter Denkmalschutz stehende Gebäude, die das besondere Ortsbild Beurens ausmachen. „Beuren hat richtige Schätze, auch wenn es vermodert aussieht“, sagte Erster Vorsitzender Jürgen Kretschmar bei der Verleihung.

Über eine Auszeichnung konnte sich auch der Verein Namél freuen, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die afrikanische und die deutsche Kultur zusammen zu bringen: „Wir wollen zeigen, dass Afrika nicht nur Krieg, Armut und Krankheit bedeutet“, lautete die Botschaft von Fatou N’Diaye-Pangsy.

Dass Heimatverbundenheit und Internationalität keinen Widerspruch darstellen, bewies auch die Trommler-Gruppe des Vereins, mit einem feurigen Auftritt voll rhythmischer Klänge.

„Ich bin selbst so aufgewachsen und möchte den Kindern zeigen, dass es nicht nur harte Arbeit ist“
Lehrer Daniel Quasthoff

Der Gymnasiallehrer Daniel Quasthoff kam mit seinen Schülern der Biologie-AG zur Preisverleihung. Um den Jungen und Mädchen des Neckartenzlinger Gymnasiums die heimische Natur näher zu bringen, betreut er gemeinsam mit ihnen, neben dem Unterricht, Hühner, Bienenvölker, einen Amphibiengarten und Streuobstwiesen. „Ich bin selbst so aufgewachsen und möchte den Kindern zeigen, dass es nicht nur harte Arbeit ist, Lebensmittel selbst herzustellen, sondern auch sehr viel Spaß macht“, so Quasthoff. So werden beispielsweise Honig und Eier unter den kleinen Naturfreunden aufgeteilt: „Wer gerade ein paar Eier braucht, bekommt welche“, erklärte eine Schülerin. Für dieses Engagement gab es zurecht einen Platz auf dem Siegertreppchen in Gruppe zwei.

Auch der Verein Hölderlin-Nürtingen hat es sich zu Aufgabe gemacht, etwas an die junge Generation weiter zu geben. Die Führungen „Auf Hölderlins Spuren“, werden von Schülern für Schüler, in Zusammenarbeit mit den beiden Nürtinger Gymnasien und der Mörikeschule angeboten. Die Vorsitzende des Vereins, Ingrid Dolde, erinnert sich noch zurück an die Zeit, als die Führungen rund um den großen Sohn der Stadt ins Leben gerufen wurden: „Wir haben 2007 bei Umfrage in der Innenstadt die Leute gefragt, was sie über Hölderlin wissen“, so Dolde. Als eine der Antworten lautete: „Das war doch ein Fußballspieler“, wurde Dolde klar, dass etwas getan werden muss.

In der Gruppe der Drittplatzierten fanden sich mit der Kinder- und Jugendtanzgruppe Grafenberg, der Landjugendgruppe Nürtingen und den Volkstänzern der Albvereinsortsgruppe Neckartailfingen gleich drei Vereine unter den Siegern wieder, die sich der Pflege des Brauchtums Volkstanz verpflichtet haben. Für den Leiter der Abteilung Volkstanz im SAV-Neckartailfingen, Rolf Rieker, ist es vor allem wichtig, bei der Jugend die Leidenschaft für die heimischen Tänze zu entfachen: „Wir schauen, dass wir mehr Kinder begeistern – auch wenn es die Eigenen sind“, scherzte Rieker. Dass auch die Kleinsten ordentlich Spaß haben können an den traditionellen Liedern, bewies die Kinder- und Jugendtanzgruppe aus Grafenberg mit einer kleinen Kostprobe ihres Könnens gleich zu Beginn des Abends.

Landtagsabgeordnete übernehmen Patenschaften

Nachdem die Urkunden überreicht und die Reden gehalten waren, blieb nur noch eine Frage offen: Welcher Bundes- und Landtagsabgeordnete übernimmt in diesem Jahr eine Patenschaft – und für wen? Immerhin ist es mittlerweile zu einer Art Tradition beim Ehrenamtspreis geworden, dass Politiker als Paten für Preisträger fungieren. Das war in diesem Jahr nicht anders: Die Landjugendgruppe Nürtingen kann sich über CDU-Landtagsabgeordneten Thaddäus Kunzmann als Paten freuen. Ministerpräsident Winfried Kretschmann übernimmt sogar zwei Patenschaften: Für die Nürtinger Turmwächter und für Albrecht Braun, den „Hüter“ der Turmbibliothek.

 

Info
Ehrenamtspreis Starke Helfer „Heimat – Tradition (er)leben“ – Die Preisträger sind Vorbild für andere

Die Frauengeschichtswerkstatt der VHS Nürtingen, 2001 von Anne Schaude ins Leben gerufen, ist seit 2001 auf Frauenspuren unterwegs. Sie organisieren Ausstellungen, haben drei Bände der Schriftenreihe „Frauenspuren“ herausgebracht und bieten Frauen-Stadtführungen an.

Die Nürtinger Stadtkirche St. Laurentius ist ein besonderes Wahrzeichen der Stadt Nürtingen. Ganz eng mit dieser Kirche verbunden sind nicht nur die Turmwächter, die vielen Nürtinger Bürgern und Auswärtigen regelmäßig den Blick über den Kirchturm hinaus ermöglichen. Ein besonderes Juwel in diesem Turm ist die Turmbibliothek, die Albrecht Braun seit 40 Jahren ehrenamtlich verwaltet.

Der Verein „Namél“organisiert in Nürtingen die Afrikatage. Fatou N’Diaye-Pangsy und Nina Raber-Urgessa haben beide Kinder aus gemischten Ehen, die hier in Deutschland aufwachsen. Ihnen trotzdem die afrikanische Kultur näherzubringen war Motivation zur Gründung des Vereins, der den Erlös für soziale Projekte in Afrika zur Verfügung stellt.

Der Erhalt spätmittelalterlicher Bausubstanz ist dem Verein Historisches Beuren ein großes Anliegen. Um Eigentümern oder

Sanierungswilligen Wege aufzuzeigen, wie aus historischer Bausubstanz wieder ein Schmuckstück werden kann, bietet der Verein persönliche Beratung, Vorträge und Baustellenbesichtigungen an.

Die Pflegegruppe Neuffener Heide sorgt bei ihren Einsätzen dafür, dass Wiesenflächen unterhalb der Ruine nicht verbuschen. Um dies zu verhindern, pflegen Albvereinsmitglieder unter Federführung von Gaunaturschutzwart Richard Haußmann seit vielen Jahren die Neuffener Heide.

In Wendlingen leisten die Mitglieder des Museumsvereins Wendlingen-Unterboihingen vorbildliche Arbeit. Der Verein unter Vorsitz von Peter Hoefer betreibt das 2004 eröffnete Heimatmuseum zum Nutzen der Öffentlichkeit. Der beispielhafte ehrenamtliche Einsatz der Mitglieder ist auch zehn Jahre nach der Eröffnung ungebrochen.

Die heimische Tier- und Pflanzenwelt für Schüler erlebbar zu machen und ihnen verantwortlichen Umgang mit ihrer direkten Umwelt zu vermitteln, ist das Ziel des Unterrichts von Lehrer Daniel Quasthoff am Gymnasium Neckartenzlingen. Die Betreuung von vier Bienenvölkern, Hühnern, einem Amphibiengarten und die Pflege von Streuobstwiesen gehören zu den Aufgaben, die die Schüler übernommen haben.

Matthias Maier engagiert sich seit vielen Jahren für das Brotbacken im Backhaus von Erkenbrechtsweiler. Er bietet dort auch Kurse für Gruppen und Vereine an. Damit wird eine breite Öffentlichkeit erreicht und die Ehrfurcht vor dem täglichen Brot weitergegeben.

Das Werk Friedrich Hölderlins der jungen Generation näherzubringen ist ein Aspekt, den der Verein Hölderlin-Nürtingen verfolgt. Sehr erfolgreich sind dabei die Führungen „Auf Hölderlins Spuren“, die von Schülern für Schüler in Zusammenarbeit mit den beiden Nürtinger Gymnasien und der Mörike-Werkrealschule angeboten werden.

Der Verein Fakt – Förderverein für Archäologie, Kultur und Tourismus – mit seinem Vorsitzenden Peter Heiden hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Erbe der Kelten für heutige und zukünftige Generationen erlebbar zu machen. Fakt organisiert unter anderem die Kinderuni in Kooperation mit der Uni Tübingen und der HfWU Nürtingen.

Spaß am Tanzen und die Pflege des schwäbischen Volkstanzes ist sowohl für die Landjugend Nürtingen als auch für die Volkstänzer der Albvereins-Ortsgruppe Neckartailfingen sowie für Martin und Mate Grani´c, die Leiter der Kinder- und Jugendtanzgruppe Grafenberg, Motivation, dieses Kulturgut weiterzutragen. Die Freude am (er)leben der Tradition geben sie an die junge Generation weiter.


SÜDWESTPRESSE, 16.05.2014
Weiterhin auf Investoren-Suche

Wer ein altes Haus besitzt und dieses steht womöglich unter Denkmalschutz, der tut sich oftmals schwer, wenn er es denn fachgerecht sanieren möchte. Wie fängt man so etwas an, auf was muss man achten?

 

Fragen über Fragen. Aus diesem Grund hatte der "Verein historisches Beuren" im März gemeinsam mit der Gemeinde Beuren und einem Vertreter der Stadtentwicklung Südwest/STEG zu einer Veranstaltung unter dem Motto "Altes Haus - was nun? Was tun?" ins Bürgerhaus Gebäudeeigentümer eingeladen, um über Möglichkeiten und Wege der Sanierung zu informieren.

Über dies und über weitere Aktivitäten des VHB informierte das Vorstandsmitglied Jürgen Kretzschmar die Anwesenden im Rahmen ihrer kürzlich stattgefundenen Mitgliederversammlung. Als im Jahr 2012 die Gemeinde Beuren im Rahmen ihrer Aktion "Haus zu verschenken" für Furore sorgte, wurde der VHB insofern aktiv, indem sie verschiedene Investoren auf die Verschenkaktion der Gemeinde Beuren aufmerksam machte. Diese beteiligten sich dann neben vielen anderen am Auswahlverfahren. Eine der Firmen erhielt dann auch den Zuschlag. Weitere Verkäufe in der historischen Ortsmitte folgten danach.

Gemeinsam mit der Gemeinde Beuren überlegten dann der VHB, wie man auch die privaten Eigentümer dazu animieren könnte, ihr altes Haus zu sanieren. Der VHB freue sich, dass die Aktion den Markt für die historischen Gebäude in Bewegung brachte. Auf Grund der zugesagten Zuschüsse für Gebäude im Sanierungsgebiet III kann in der Ortsmitte wieder richtig investiert werden.

Trotzdem, so Kretzschmar in seinem Rechenschaftsbericht, muss noch viel getan werden. Als Beispiel griff er die Gebäude Linsenhofer Straße 5 und 7 heraus. Diese zwei ortsbildprägenden Gebäude stehen zum Verkauf. Dafür suche man dringend einen Investor, der bereit ist, diese zwei markanten Gebäude zu sanieren. Man sei zwar mit verschiedenen Interessenten schon ins Gespräch gekommen, auch wurde seitens dieser durchaus Interesse bekundet, aber richtig zugesagt habe noch keiner. Als Resümee kann man aber feststellen, dass so manches in Bewegung gekommen ist und man die Aussicht habe, dass sich die Ortsmitte von Beuren in den nächsten zwei Jahren positiv verändern wird.

Weitere Punkte im Bericht des VHB-Vorstandes waren die beschädigte Gruhbank beim Freilichtmuseum, die Aktion "Farbtupfer" vom Verein "Miteinander-Füreinander Beuren", das für den VHB wieder erfolgreiche Brunnenfest in der Beurener Ortsmitte, der unterhaltsame Abend mit dem Ur-Beurener Walter Buck und die Restaurierung der historischen Brunnenfahne, die in diesem Frühjahr abgeschlossen werden konnte.

Zum Schluss vermeldete Kretzschmar noch, dass der VHB heuer zehn Jahre alt wird. Dieses Jubiläum wolle man aber jetzt nicht groß feiern, sondern der VHB möchte die Mitglieder aber auch andere interessierte Menschen zur Ausstellung "1514 - Macht, Gewalt, Freiheit - Der Vertrag zu Tübingen in Zeiten des Umbruchs" in die Kunsthalle Tübingen einladen. Die Ausstellungskonzeption wurde unter anderem von Andreas Schmauder mit konzipiert, der als Autor auch beim Jubiläumsbuch für Beuren anlässlich der 700 Jahr-Feier im Jahr 2004 mitgewirkt hat.
 

Veröffentlichung Evangelischer Kirchenbezirk Nürtingen, 21.11.2011

Die Nikolauskirche im Fokus

 

„Verein historisches Beuren“ stellte die erste Ausgabe einer neuen Schriftenreihe vor

Freuen sich über das neue Buch über Beurens Nikolauskirche: die Autoren Cornelia Sanwald, Dr. Dietrich Braun, Gerda Sautter, Günter Kretzschmar und als Hausherr Pfarrer Stiehler (von links)

Umfassend und informativ – so stellt sich das jüngste Werk des Vereins historisches Beuren (VHB) dar. Die in Buchform gegossene erste Ausgabe einer zukünftigen Schriftenreihe über die Nikolauskirche in Beuren soll der Beginn einer Reihe sein, die je nach Ergebnisstand Beurener Gebäude zwischen zwei Buchdeckeln darstellen soll. Die Buchvorstellung fand jüngst im wunderschönen Chor der Nikolauskirche statt.

Gegründet wurde diese Kirche als unselbstständige Nikolauskapelle bereits im 11. Jahrhundert. Wenig ist aus dieser Zeit über Beuren bekannt. Erst 1304 tauchte der Ort erstmals in schriftlichen Quellen auf. Bauliche Reste aus der romanischen Bauepoche sind noch nachweisbar, aber der heutige Bau ist gotisch geprägt, und diese Bauphase bestimmt auch noch heute das äußere Erscheinungsbild.


Vier Autoren warten mit interessanten Details auf

Vier Autoren haben an diesem Buch mitgewirkt. Dr. Dietrich Braun ist in Beuren schon lange als Heimatforscher und Denkmalschützer bekannt. Sein Kapitelbeitrag beleuchtet vor allem die Baugeschichte der Nikolauskirche und deren reichhaltiges Inventar, das sowohl die Gruolorgel, den Palmesel und viele weitere Stücke umfasst. Persönliche Erinnerungen ließ er ebenso mit einfließen, war er doch selbst Mitglied im Kirchengemeinderat.

Auf diesem Fuß baut die zweite Autorin Cornelia Sanwald auf. Als Architektin geht sie vor allem auf die reichhaltigen Details ein. Denn wenn man das Innere der Kirche betritt, fällt einem als Besucher sofort auf, dass sich die gotische Außenform nur zum Teil innen wieder findet. Einen maßgeblichen Anteil hierzu hat der für Kirchenbau bekannte Baumeister Heinrich Dolmetsch beigetragen. 1904/05 hat er die Kirche umfassend im Stil der damaligen Zeit modernisiert. In ihrem Beitrag stellte Cornelia Sanwald gerade diese Bauphase dem Publikum vor. Die zahlreichen Fotos veranschaulichen dies auf besonders gelungene Art und Weise.

Als dritte Autorin wirkte Gerda Sautter in diesem Quartett mit. Ihr Fachgebiet ist die Pflanzenwelt. Heinrich Dolmetsch hat in der Ausmalung verschiedenste Pflanzen herangezogen. Doch diese Auswahl ist nicht willkürlich geschehen, sondern beruht auf der christlich überlieferten Pflanzensymbolik, auf die sie in ihrem Vortrag einging.

Günter Kretzschmar ist als vierter Autor in diesem Buch vertreten. Als zeitgenössischer Künstler verfasste er einen Beitrag über die von ihm geschaffene „Arche“, die er aber nicht als Arche Noah gesehen haben will, sondern als Weltenarche. Auch die Erde sei ein Schiff, doch anders als bei Noahs Boot, das in Darstellungen weder mit Segel oder Ruder abgebildet ist, ist diese Arche in des Menschen Hand – ergo: „Wir bestimmen über unser Schicksal mit.“

Das im Eigenverlag erschienene Buch kann man im „Buchgenuss“ in Beuren zum Preis von 34 Euro erwerben. Es ist ein profundes und umfassendes Buch über eine in ihrer Innenausstattung besondere Dorfkirche. Die zahlreichen Bilder und ein ergänzendes Kapitel zum Umfeld der Kirche (hierbei handelt es sich um die Sachgesamtheit der Kirche, des Pfarrhauses, der Pfarrscheuer und des Kirchhofes) macht dieses Buch besonders wertvoll. Auch ist eine Liste der zahlreichen spätmittelalterlichen und jüngeren historischen Gebäude Beurens im Buchanhang beigefügt.

 

SÜDWESTPRESSE, 19.05.2011
Den Blick auf den Ortskern richten

Beuren mit seinem historischen Baubestand hat es dem "Verein historisches Beuren" angetan.Den Mitgliedern ist nicht gleichgültig, wie Beuren aussehen soll. Man möchte auf den Ortskern aufmerksam machen

 

So fand kürzlich im historischen Ambiente des "Storchennest" die diesjährige Mitgliederversammlung des VHB statt, in der ausführlich Rückblick auf das Jahr 2010 gehalten wurde, aber auch auf die Problematik der Ortskernsanierung eingegangen wurde.

Im Bericht des Vorstandes wurde zu Beginn nochmals auf den völlig überraschenden Abriss des Gebäudes Härdtenbühlstraße 2 zum Jahreswechsel 2009/10 eingegangen. Dieses am westlichen Ortseingang gelegene so genannte Einhaus aus dem 17. Jahrhundert war mit seinem giebelständigen Sichtfachwerk ein markantes Gebäude, das die Schönheit alter Bausubstanz repräsentierte und den Ortseingang Beurens maßgeblich prägte.

Dieser Verlust an einem solch prominenten Fleck hat die Schauseite Beurens als Visitenkarte natürlich nicht gefördert. Umso mehr sei es daher notwendig, so die Forderung des VHB, dass dieser äußerst sensible Bereich Beurens nicht noch mehr in Mitleidenschaft gezogen wird. Die städteplanerischen Anforderungen für die Zukunft seien immens. Es sei schließlich die Eingangspforte in den historischen Ortseingang. Für Besucher mit dem Auto von außerhalb stellt sich dieser Blick als Erstkontakt dar. Dadurch dass hier eine Blickachse bis zum Rathaus Beuren und den gegenüberliegenden so genannten Schulzenhäusern besteht, müsse unbedingt darauf geachtet werden, dass die noch verbliebenen bedeutenden Gebäudeveteranen erhalten bleiben. Aufmerksam gemacht wurde dabei auf eine Veranstaltung, die am Samstag, 28. Mai, um 14 Uhr stattfindet. Veranstaltet vom "Schwäbischen Heimatbund" findet eine Führung mit Prof. Weinbrenner und Bürgermister ErichHartmann statt, in der in einem Rundgang durch den sehenswerten historischen Ortskern Beurens auf die Probleme aufmerksam gemacht werden soll. Treffpunkt ist das Rathaus Beuren.

Im Bericht des VHB-Vorstandes führte Jürgen Kretzschmar weiter aus, dass 2010 auch geprägt war von der Erstellung einer Dokumentation über sämtliche historischen Gebäude Beurens. Diese Arbeit ist zusammenfassend abgeschlossen. Somit besteht eine Arbeitsgrundlage für weitere mögliche Nachforschungen zum historischen Baubestand Beurens. Als erstes Resultat wurde bereits ein Buch herausgegeben, das die Nikolauskirche ausführlich behandelt. Er dankte den Autoren Dr. Dietrich Braun, Cornelia Sanwald, Gerda Sautter und Günter Kretzschmar für die sehr guten Beiträge, die dieses Buch auszeichnen. Neben den zahlreichen Vereinstätigkeiten innerhalb Beurens wie Sommerferienprogramm, wurde auch auf die Erfassung der Kleindenkmale eingegangen. Initiiert vom Landkreis Esslingen gemeinsam mit dem Landesdenkmalamt wurden in den letzten zwei Jahren diese Denkmale im ganzen Kreis von zahlreichen Organisationen und Einzelpersonen erfasst. Auf Beurener Gemarkung hat sich der VHB an diese Erfassung gemacht. In verschiedenen Rundgängen hat man diese aufgenommen und katalogisiert.

Jedoch konnte durch die anderen zahlreichen Tätigkeiten diese Sammlung nicht bis zum Stichtag der Abgabe abgeschlossen werden. Trotzdem wird die Sammlung weitergehen. Mit als Ursache wurde dabei die Vorbereitung der Ausstellung "Tore und Türen in Beuren und Balzholz" benannt. Die umfangreiche Fotosammlung des Mitgliedes Rolf Buck ließ den Wunsch entstehen, diese der Öffentlichkeit in Form einer Ausstellung zur präsentieren, um auf die Schönheiten der gern "übersehenen Kleinodien" aufmerksam zu machen. Diese im Beurener Rathaus stattfindende Fotoausstellung, die noch von Fotografien anderer Mitglieder ergänzt wurde, wurde wegen der sehr guten Besucherresonanz noch bis zum Sonntag, 29. Mai, verlängert. An diesem Tag ist die Ausstellung letztmalig von 14 bis 17 Uhr geöffnet.



FILDERZEITUNG, März 2011
Dem Blick auf das Wesentliche Tür und Tor geöffnet

 
 
Beuren. Der Verein historisches Beuren führt durch oft übersehene Ein- und Ausgänge zum Denkmalschutz. Von Karen Schnebeck

Das kleine Beuren mit seinen zahlreichen denkmalgeschützten historischen Fachwerkhäusern ist voll von alten Türen und Toren - manche sind elegant, andere halb verwittert, einige liebevoll restauriert, manche aufwendig verziert. Gebrauchsgegenstände sind sie alle. Auch deshalb werden sie von den meisten Menschen im Alltag kaum wahrgenommen. Der Verein historisches Beuren lenkt den Blick jetzt in einer Fotoausstellung im Rathaus auf sie und zeigt, dass der Ort voller übersehener Kleinode steckt.

Denn was wäre ein Haus ohne seine Türen und Fenster? Ein Monolith, der unzugänglich und abweisend im Raum stünde. Zu einem Heim wird ein Haus erst durch die Öffnungen, die das Drinnen und Draußen je nach Bedarf verbinden oder trennen. "Der Charme alter Türen und Tore ist oft unübertroffen", sagt Jürgen Kretzschmar vom Verein historisches Beuren(VHB). Sie seien es, die ein Gebäude prägten und ihm ein Gesicht gäben - vor allem historische Bauten zeichneten sich oft durch prägnante Ein-, Aus- und Durchgänge aus.

Einige Mitglieder des VHB sind deshalb mit dem Fotoapparat auf eine Entdeckungsreise durch das ehemalige Bauerndorf gegangen und haben auf Bilder gebannt, was sonst kaum beachtet und vielleicht auch bald nicht mehr existieren wird. Auf ihren Fotografien bekommen alte Scheunentore, schmiedeeiserne Beschläge und schiefe Balken plötzlich wieder eine Bedeutung, die über den reinen Gebrauchswert hinausgeht. Der Verein lädt den Betrachter ein, durch die Türen und Tore auch die alten Gemäuer im Dorf neu zu entdecken - und so mancher tritt gerne über die Schwelle und lässt sich für den Schutz der historischen Bausubstanz entflammen, die kein Dorf im Land so sehr prägt wie Beuren, das die höchste Quote von Baudenkmälern in Baden-Württemberg aufweist. "Was man jeden Tag sieht, nutzt sich ab", sagt Kretzschmar. "Nur was neu ist, zählt." Doch im Kontext der Ausstellung, im Verein mit vielen anderen Türen, werde jede einzelne plötzlich wieder als individueller Gegenstand wahrgenommen. Die Bilder lenkten den Blick auf das Wesentliche. Kretzschmar und den anderen Vereinsmitgliedern haben es vor allem die ganz alten Scheunentore und Holztüren angetan.

"Gerade durch den Alterungsprozess und die Verwitterung entfalten sie einen ganz besonderen Charme. Bei manchen könnte man meinen, sie seien einfach aus der Zeit gefallen", findet er. Tatsächlich könnte das Bild von dem Weinstock umrankten Haus in der Owener Straße 9 genauso aus dem vergangenen Jahrhunderts sein - stünde da nicht ein Auto vor der Tür. Das schlichte verwitterte Kellertor aus grobem Holz in der Kelterstraße 3 scheint den Betrachter zu einem Abenteuer ins 15. Jahrhundert einzuladen, als die Menschen es noch gewohnt waren, das Praktische mit dem Schönen zweckmäßig zu verbinden.

Ausstellung Die Fotografien sind während der Öffnungszeiten des Rathauses zu sehen. Der Verein historisches Beuren organisiert am Sonntag, 27. März und 10. April, jeweils um 11 Uhr und um 16 Uhr Führungen und am Freitag, 1. April, einen Bildervortrag (Beginn: 20 Uhr).



 
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